Primäres Lymphödem
Angeborene Fehlanlage des Lymphgefäßsystems — meist an Beinen, oft asymmetrisch, beginnt häufig im jungen Erwachsenenalter. Diagnose über klinische Zeichen (Stemmer), Anamnese und ggf. Sonographie.
Mehr erfahrenFachgebiet · Lymphologie
Diagnostik und konsequente Therapie chronischer Schwellungserkrankungen — primäres und sekundäres Lymphödem, Lipödem, Phlebödem. Komplexe Entstauungstherapie und Kompressionsversorgung aus einer Hand.
Spektrum
Das Lymphödem ist eine chronische, fortschreitende Erkrankung — mit konsequenter Therapie aber sehr gut beherrschbar. Wir bieten die strukturierte Diagnostik und Begleitung in allen Stadien: von der differentialdiagnostischen Abgrenzung gegen Lipödem oder Phlebödem über die Komplexe Entstauungstherapie (KPE) bis zur dauerhaften Kompressionsversorgung.
Schwerpunkte
Vom Erstbefund über die Stadieneinteilung bis zur dauerhaften Therapiebegleitung — wir bieten alle Bausteine der modernen Lymphtherapie aus einer Hand.
Angeborene Fehlanlage des Lymphgefäßsystems — meist an Beinen, oft asymmetrisch, beginnt häufig im jungen Erwachsenenalter. Diagnose über klinische Zeichen (Stemmer), Anamnese und ggf. Sonographie.
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Erworben, z. B. nach onkologischer Operation (Brust, Gynäkologie, Urologie), Strahlentherapie, Verletzung oder schweren Infektionen. Strukturierte Diagnostik, Stadieneinteilung und Therapieplan.
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Symmetrische, schmerzhafte Fettverteilungsstörung der Beine (selten Arme), fast ausschließlich bei Frauen. Klinische Diagnose, klare Abgrenzung zum Lymphödem und konservative Therapie mit Kompression und Bewegung.
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Schwellung infolge chronisch-venöser Insuffizienz — wichtige Differentialdiagnose zum Lymphödem. Abklärung mit Farbduplex, oft kombinierte Therapie aus Venenbehandlung und Kompression.
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Goldstandard der Lymphödemtherapie — Kombination aus manueller Lymphdrainage, Kompressionsbandagierung, Bewegungstherapie und Hautpflege. Phase 1 (Entstauung) und Phase 2 (Erhalt).
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Individuelle Verordnung und Anpassung von Kompressionsstrümpfen (flach- oder rundgestrickt) und -bandagen. Verlaufskontrollen und Re-Versorgung in regelmäßigen Abständen.
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Therapieerfolg ist beim Lymphödem zu großen Teilen Eigenleistung. Wir vermitteln strukturiert, was Sie selbst zur Stabilisierung beitragen können — von der täglichen Hautpflege bis zur Selbstbandagierung im Alltag.
Stadieneinteilung
Die Internationale Gesellschaft für Lymphologie (ISL) teilt das Lymphödem in vier Stadien ein. Eine möglichst frühe Diagnose und Therapie verhindert das Fortschreiten in höhere Stadien — und macht oft den entscheidenden Unterschied.
| Stadium | Klinik | Bedeutung | Therapie |
|---|---|---|---|
| 0 latent | Latentes Lymphödem Klinisch unauffällige Schwellung — der Lymphtransport ist eingeschränkt, sichtbare Symptome fehlen noch. | Subklinisches Stadium nach lymphatischer Schädigung (z. B. nach OP), bevor sich eine sichtbare Schwellung ausbildet. | Aufklärung, frühzeitige Hautpflege, Kompressionsärmel/-strumpf vorsorglich, Bewegung — Ziel: Manifestation verhindern. |
| I reversibel | Reversibles Stadium Eindrückbare, weiche Schwellung, die durch Hochlagern über Nacht deutlich zurückgeht. Stemmer-Zeichen meist negativ. | Fortschreitende Lymphtransportstörung mit beginnender Eiweißakkumulation — noch vollständig therapierbar. | Komplexe Entstauungstherapie (KPE) Phase 1: manuelle Lymphdrainage, Kompressionsbandagierung, Bewegung, Hautpflege. |
| II spontan irreversibel | Spontan irreversibel Die Schwellung geht durch Hochlagern nicht mehr zurück. Beginnende Hautverhärtung (Fibrose), Stemmer-Zeichen positiv. | Bindegewebsumbau setzt ein — ohne konsequente Therapie irreversibel. Gefahr von Erysipelen. | Intensive KPE Phase 1 (oft stationär), anschließend lebenslange Phase 2 mit flachgestrickter Kompression. |
| III elephantiastisch | Elephantiasis Massive, harte Schwellung mit ausgeprägten Hautveränderungen (Papillomatose, Hyperkeratose), Bewegungseinschränkung. | Schwerste Form mit deutlich reduzierter Lebensqualität — auch hier ist Reduktion durch konsequente Therapie möglich. | Stationäre KPE, intensive Pflege, ggf. plastisch-chirurgische Reduktion (z. B. Liposuktion). Lebenslange Begleitung. |
Stadieneinteilung nach Internationaler Gesellschaft für Lymphologie (ISL). Die individuelle Therapieempfehlung erfolgt stets nach umfassender Diagnostik und unter Berücksichtigung von Begleiterkrankungen.
Ablauf
Anamnese, klinische Untersuchung, Stemmer-Zeichen, Sonographie — Abgrenzung Lymphödem ↔ Lipödem ↔ Phlebödem.
Einstufung nach ISL, individuell zugeschnittener Therapieplan, Verordnung der KPE-Bausteine.
Manuelle Lymphdrainage, Kompressionsbandagierung, Bewegung, Hautpflege — meist über mehrere Wochen.
Dauerhafte Kompressionsstrümpfe, Verlaufskontrollen, Schulung im Selbstmanagement — lebenslange Begleitung.
Spezialist
Facharzt für Gefäßchirurgie · Zusatzbezeichnung Phlebologie · Lymphologie
Schwerpunkte in der Lymphologie: Diagnostik primärer und sekundärer Lymphödeme, Stadieneinteilung, KPE-Indikation, Verordnung & Anpassung von Kompressionsstrümpfen, langfristige Therapiebegleitung. Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Phlebologie und Lymphologie (DGPL).
Profil ansehenSelbstcheck
Lymphödeme entwickeln sich meist langsam, oft über Monate oder Jahre. Diese Symptome sind typische Hinweise auf eine lymphatische Störung — und sprechen für eine fachärztliche Abklärung möglichst früh im Verlauf.
Schwellung am Bein, Arm oder Rumpf, die über Tage besteht und nicht durch Hochlagern verschwindet.
Hautfalte über der zweiten Zehe lässt sich nicht abheben — klassisches klinisches Zeichen eines Lymphödems.
Ein Bein oder Arm deutlich dicker als die andere Seite — Hinweis auf einseitige Abflussstörung.
Ziehende Spannungsgefühle, schweres Bein/Arm — verstärken sich oft im Tagesverlauf oder bei Wärme.
Haut wird im Verlauf dicker, fester, weniger eindrückbar — Zeichen einer beginnenden Fibrose.
Wundrose oder bakterielle Hautinfektionen am betroffenen Glied — typisch bei chronischer Lymphabflussstörung.
Schwellung nach Brust-, gynäkologischer oder urologischer OP mit Lymphknotenentfernung — frühzeitig vorstellen.
Beide Beine gleichmäßig druckschmerzhaft geschwollen, Knöchel ausgespart — Hinweis auf ein Lipödem.
Häufige Fragen
Beide gehen mit Schwellung der Beine einher, sind aber sehr unterschiedlich: Das Lymphödem ist eine Lymphabfluss-Störung, oft asymmetrisch, mit positivem Stemmer-Zeichen und Beteiligung der Zehen. Das Lipödem ist eine Fettverteilungsstörung, fast nur bei Frauen, symmetrisch, druckschmerzhaft und spart Füße bzw. Hände aus. In fortgeschrittenen Stadien können beide Erkrankungen kombiniert auftreten (Lipo-Lymphödem).
Die KPE ist der Goldstandard der Lymphödemtherapie und besteht aus vier Säulen: manuelle Lymphdrainage, Kompressionsbandagierung/-strumpf, Bewegungstherapie und Hautpflege. Sie läuft in zwei Phasen ab — Phase 1 (Entstauung) über mehrere Wochen, Phase 2 (Erhalt) lebenslang. Wir koordinieren die KPE mit qualifizierten Lymphtherapeut*innen und Sanitätshäusern in Passau.
Bei nachgewiesener medizinischer Indikation (Lymphödem, Lipödem mit Begleitsymptomen) sind sowohl die manuelle Lymphdrainage als auch die Kompressionsversorgung (Strümpfe oder Bandagen) Kassenleistungen — sowohl bei gesetzlich als auch bei privat versicherten Patienten. Wir verordnen die Therapie und stellen sicher, dass die Versorgung lückenlos beim Sanitätshaus angepasst wird.
Ein manifestes Lymphödem (ab Stadium II) ist nicht heilbar, aber sehr gut beherrschbar. Mit konsequenter KPE und Kompressionsversorgung lässt sich das Volumen deutlich reduzieren und stabil halten — Lebensqualität und Beweglichkeit bleiben erhalten. Im latenten Stadium 0 oder im frühen Stadium I sind eine vollständige Rückbildung und langfristige Beschwerdefreiheit möglich. Frühe Diagnose ist daher entscheidend.
Sehr viel — der Therapieerfolg hängt zu einem großen Teil von der Eigenleistung ab. Wichtig sind: tägliche Hautpflege mit milden Produkten zur Infektionsprophylaxe, konsequentes Tragen der Kompression, regelmäßige Bewegung (Schwimmen, Walking, Radfahren), Selbstbandagieren in fortgeschrittenen Stadien, und Vermeidung von Verletzungen sowie überschießender Wärme (Sauna, Sonne) am betroffenen Glied. Wir schulen Sie strukturiert in allen vier Bereichen.
In der Erhaltungsphase (KPE Phase 2) empfehlen wir Verlaufskontrollen halbjährlich bis jährlich — bzw. unmittelbar bei jeder spürbaren Verschlechterung. Die Kompressionsversorgung wird in der Regel alle 6 Monate erneuert; wir prüfen Passform, Druckwerte und Hautzustand bei jedem Termin und passen die Verordnung an.
Eine Überweisung ist nicht zwingend erforderlich. Sie können sich als gesetzlich oder privat versicherter Patient direkt bei uns vorstellen. Bringen Sie zur Erstvorstellung bitte vorhandene Befunde, OP-Berichte (z. B. nach Tumor-OP) und eine Liste Ihrer Medikamente mit.
Termin
Frühe Diagnose und konsequente Therapie sind der wichtigste Hebel beim Lymphödem. Wir nehmen uns Zeit für eine sorgfältige Differentialdiagnose und einen klaren, individuellen Therapieplan.
0851 / 85 18 464